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Bleivergiftung durch Jäger

Bleivergiftungen durch Jäger

Die Medizinischen Wirkungen auf den Menschen

Bleivergiftung (Saturnismus), verursacht durch Blei, das über den Magen-Darm-Trakt, die Lunge oder die Haut in den Organismus gelangt und sich v.a. im Nervensystem, den Blutgefäßen und den Knochen anreichert; tritt z.B. bei Arbeitern in Bleihütten auf. Symptome: Nervenlähmungen, Durchblutungsstörungen, Osteoporose, Bauchkrämpfe, Anämie.

Eine Bleivergiftung war in früheren Jahrhunderten nicht unüblich. Es wird sogar behauptet, dass das Römische Reich zugrunde gegangen ist, weil Generationen von Römern ihren Wein aus Bleihumpen schlürften. Und - auch die alten Römer hatten schon Wasserleitungen aus Blei. Und schon damals wurde vor den möglichen Gesundheitsschäden eindringlich gewarnt. Blei gehört zu den Schwermetallen die, wenn sie vom Körper aufgenommen werden, dort auch zum größten Teil bleiben. Das Blei lagert in den Zellen fast aller Organe. Im Knochenmark hemmt es die Bildung neuer Blutkörperchen, die Nervenzellen werden in ihrer Funktion beeinträchtigt und Blei schädigt die Nieren.

Bleischrot gefährdet Mensch, Tier und Umwelt

Bleigeschosse werden zur Niederwildbejagung seit mehreren Jahrhunderten verwendet. Die Wissenschaft warnt seit Jahrzehnten und weist auf die Gefahren für Mensch, Tier und Umwelt hin. In Dänemark und den Niederlanden ist die Benutzung von Bleischrot für die gesamte Bejagung untersagt.

Weltweit wurden 1995 ca. 3,2 Mrd. Schrotpatronen verkauft (über 93000 Tonnen Blei). In Deutschland werden zwischen 1500 - 9000 Tonnen Blei pro Jahr angegeben.

Wissenschaftler fanden heraus, dass bei einer Wasservogeljagd in Dänemark pro tödlich getroffenem Vogel bis zu 17 Schuss „ins Blaue“ abgegeben wurden. Wenngleich das sicher ein Extremwert ist landet nur ein Teil der Bleiladung im Körper des Opfers, der Rest rieselt in die Landschaft. So gelangt das Schwermetall gleich tonnenweise in Flachwasserzonen, Seen, Moore und Feuchtwiesen. Wo intensiv gejagt wird, findet man oft über hundert Bleikugeln pro Quadratmeter Uferboden, wie Dutzende Untersuchungen aus vielen europäischen und nordamerikanischen Untersuchungen zeigen. Eine im Auftrag der Nationalparkverwaltung Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer erstellte Studie zur Bleischrotproblematik ermittelte nur für dieses Schutzgebiet einen jährlichen Eintrag von 1,65 Tonnen des Giftes, bis die Jagd dort aus Naturschutzgründen eingestellt wurde.

Gefährdung für den Menschen

In Deutschland wurden fast alle bleihaltigen Wasserleitungen ersetzt, der Verbrauch von bleihaltigen Benzin wurde verboten. Aber der Verzehr mit Bleischrot erlegtem Wild mit Schwermetallen ist legal. Durch den Bleiabrieb im Schusskanal des Tierkörpers weist solches Wildbret einen um ein mehrfaches höheren Bleigehalt wie der bei Rindfleisch gesetzlich tolerierte Höchstwert auf. Wird ein Tier erst angeschossen und später erlegt, ist der Bleigehalt noch höher. Blei ist ein hochgiftiges Schwermetall und kann zu irreversiblen Schäden im Organismus führen. Das Blei reizt und zerstört Enzyme, die wesentlich für das Gehirn und für verschiedenen Zellen sind. Der Körper kann das Blei nicht abbauen, es wird als Element im Körper toleriert. Das Blei gelangt in den Blutkreislauf und kann bei Kindern zu Gehirnfunktionsstörungen führen.

Gefährdung für Tiere und Umwelt: (Tiere, Böden, Wasser)

Enten, Gänse und Schwäne suchen bevorzugt in den Gewässerzonen und Feuchtgebieten nach Nahrung und nehmen dabei die Schrotkügelchen mit dem Futter als „Magensteinchen“ auf. Diese werden angelöst und gelangen in Form von hochgiftigen Bleisalzen ins Blut (sekundäre Vergiftung). Die Vögel erleiden eine Bleivergiftung, welche sie flug- und gehunfähig macht. Mattigkeit bis hin zum Zusammenbruch des Abwehrsystems und Gewichtsverlust sind die Folge. Die Tiere können sich selbst, geschweige ihre Nachzucht versorgen und verenden jämmerlich.

Dutzende von Untersuchungen auf der ganzen Welt ergaben übereinstimmend (siehe: Obermeier, Döring), dass ein erheblicher Prozentsatz der Wasservögel in Jagdgebieten mit Bleischrot vergiftet sind. Manche Wissenschaftler schätzen, dass bis zu einem Viertel aller Wasservögel in intensiv bejagten Gebieten an Bleivergiftung sterben.

Auch wenn diese erkränkten Tiere nicht direkt an der Bleivergiftung sterben stellen sie einen Gefahrenherd für ihre Jäger dar. Jedes Raubtier, wie Fuchs oder auch Greifvögel können durch den Verzehr solcher Tiere ernsthafte gesundheitliche Probleme bekommen, die auch hier nicht selten zu deren Tode führen.

Trotz dieser Tatsache sind die Jagdverbände bei einer Anhörung im Bundesumweltministerium 1993 der Aufforderung nicht nachgekommen, auf Bleischrot freiwillig zu verzichten.

NABU kritisiert die Aufforderung des DJV (Deutscher Jagd Verband) -Präsidenten Jochen Borchert, bleivergiftete Wildreste im Boden zu vergraben

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