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Seuchenverbreitung durch Jäger

Seuchengefahr durch Wildtiere?

Erst die Bejagung der Tiere verbreitet die Seuchen in andere Gebiete!

In der Öffentlichkeit wird immer wieder die Notwendigkeit dargestellt, der Fuchs müsse bejagt werden, um die Ausbreitung der Tollwut zu verhindern.

In Wahrheit ist es die Jagd, die vereinzelte Seuchenfälle in alle Landesteile ausbreitet.

Das Töten von Tieren durch die Jagd zerstört die sozialen Strukturen der verschiedenen Tierfamilien. Die Zerstörung der sozialen Strukturen führt beim Fuchs dazu, dass es viel mehr Nachwuchs und in Folge dessen auch viel mehr junge, reviersuchende Füchse gibt. Dabei legen sie größere Strecken zurück und haben öfter Kontakt mit Artgenossinnen, wobei dann Krankheiten übertragen werden können.

Auch der Jagddruck, die ständige Bejagung der Tierfamilien führt zu Abwanderungen der Tiere in andere Gebiete. Also sind es wiederum die Jäger, welche dafür sorgen, dass Fuchsseuchen schnell und effizient verteilt werden.

Im jagdfreien Gebiet des Nationalparks Berchtesgaden gibt es die Tollwut nicht.

Bei Grafenau im Bayerischen Wald wurde die Fuchsjagd probeweise eingestellt, mit dem Ergebnis, dass die Tollwut bereits nach kurzer Zeit erlosch.

Die Jagdausübung kann auch die Seuchen erst in den Wald bringen.

Der Geländewagen des Jägers kann durchaus auch Krankheitskeime in die Natur mit einbringen. In England waren z. B. Fahrzeuge hauptsächlich an der Verbreitung der Maul- und Klauen-Seuche beteiligt. Ist der Jäger z. B. selbst Landwirt und hat einen Tierbestand mit kranken Tieren, geht von ihm ein höheres Gefährdungspotential aus als von seinen befallenen Tieren, da nur er ungestört die Natur "heimsuchen" kann.

Die Gefahren der Anlockfutterstellen

Bild von S. und B. Pelli, OrsingenEine weitere Gefahr stellen die sogenannten Kirrungen dar. Mit diesen Anlockfutterstellen sollen die Wildtiere angelockt werden, damit man sie leichter hinterlistig töten kann. Obwohl es Vorschriften für solche Kirrungen gibt, sind diese oft auch als Vielzweckkirrungen angelegt. Damit möglichst viele Tierarten angelockt werden, wird auch nicht davor zurückgeschreckt, verbotene Futterbestandteile auszulegen (siehe Bild). So werden unterschiedlichste Köder an der gleichen Stelle ausgebracht. Dies führt nicht nur zu einer hohen und unnatürlichen Tierfrequentierung an dieser Stelle, sondern liefert auch einen künstlichen Krankheitsherd für alle Tiere, da die Futterbestandteile selbst auch als hochinfektiös gelten. Würde es kein Jagdinteresse geben, wären diese Gefahren nicht gegeben.

Bei dieser Multifunktionskirrung sehen wir ein verschlossenes Plastikrohr, welches Mais beinhaltet und Wildscheine anlocken soll. Daneben liegen abgeschnittene Rehfüße und verbotenerweise geräucherte Würstchen, welche auf Füchse verlockend wirken. Da aber Wildschweine sog. Allesköstler sind, werden sie alle vorhandenen Futterteile annehmen und die in den Würstchen enthaltenen Krankheitserreger aufnehmen. Diese menschlichen Produkte gelten übrigens als Hauptüberträger für den Schweinepesterreger und sind eigentlich verboten, doch eine Kontrolle findet so gut wie nie statt.

Jagd schützt nicht vor "Seuchen", sondern verbreitet Seuchen erst.

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