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Gülle killt den Wald

Es ist schlimmer, als alle gedacht haben

Nur noch 28% der deutschen Bäume sind noch ohne sichtbare Schäden! Der neueste Waldzustandsbericht, den Verbraucherschutzministerin Renate Künast am 9. Dezember 2004 präsentierte, spricht von einem alarmierenden Zustand.

"Als Anfang der achtziger Jahre zum ersten Mal vom Waldsterben die Rede war, geriet die Deutschland in Alarmzustand: Tannen und Fichten starben durch die riesigen Schwefeldioxid- und Stickoxidausstöße aus Kraftwerks-Schornsteinen und Autoauspuffen. Greenpeace und Robin Wood besetzten Fabrikschornsteine und eine aufgebrachte Öffentlichkeit setzte die Politik unter Druck: Autos wurden mit Katalysatoren ausgestattet und Kraftwerke mit Filtern versehen. »Jahre später zeigte sich, dass der Multi-Milliarden-Aufwand gelohnt hatte«, schreibt SPIEGEL ONLINE am 9. Dezember 2004. »Die Emission von Schwefeldioxid, Hauptverursacher von saurem Regen und Wintersmog, sank binnen weniger als anderthalb Jahrzehnten um rund 40 Prozent. Der Ausstoß von Stickoxiden, ebenfalls verantwortlich für Baumschäden sowie für den Sommer-Smog, fiel bereits 1990 unter den Wert von 1975.«

»Zweites Waldsterben« durch Massentierhaltung

Doch der Wald stirbt weiter. Der Grund: Stickstoffverbindungen aus der Landwirtschaft belasten Luft, Böden und Grundwasser - Umweltforscher sprechen von einem »zweiten Waldsterben«, das die Schadsymptome des ersten überlagere und teilweise ablöse: »Während die klassischen schwefelhaltigen Rauchgase, die vor allem Nadelgehölze schädigten, dank Umweltschutz und deutscher Einheit reduziert worden waren, wirkte nun verstärkt eine Gruppe von Schadstoffen auf die Wälder ein, die vor allem Laubbäume erkranken lässt«, schreibt der SPIEGEL in seiner Meldung vom 9.12.2004. Seit rund 10 Jahren seien sich die Fachleute einig, dass Stickstoff aus der Landwirtschaft erheblich zum Waldsterben beiträgt. Und dieser Stickstoff kommt aus der Massentierhaltung:

In den Massenställen entstehen unglaubliche Güllemengen, die zudem als Dünger auf die Felder gebracht werden. Ein Großteil von Stickstoff und Ammoniak entweicht in die Atmosphäre und belastet das Grundwasser. »Kunstfutter für die Massentiermast - dessen Nährstoffe vom Vieh nur zu einem Drittel verwendet werden können - trägt dazu bei, dass in Deutschland mit tierischen Exkrementen und Darmgasen alljährlich hunderttausende Tonnen Ammoniak in die Umwelt geraten«, so DER SPIEGEL.

Umweltminister Jürgen Trittin brachte es auf den Punkt: »Gülle killt den Wald.« Denn die Gifte aus der Massentierhaltung reichern sich im Boden an, werden über das Grundwasser von den Bäumen aufgenommen, regnen über dem Wald nieder und schädigen das Immunsystem der Bäume. Besonders in extrem nassen oder sehr heißen Sommern versagt das Immunsystem der Bäume, sie sterben und fallen dem Borkenkäfer anheim.

(Artikelquelle http://www.denk-mit.info/naturundtiereumwelt/)

Siehe auch: Artensterben durch Gülle

 

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