Schizophren durch Erreger im Fleisch?
Vorwort
Aus Untersuchungen an Tieren war schon lange bekannt, dass eine Toxoplasmose-Infektion zu einem Anstieg des Neurotransmitters Dopamin im Gehirn führt. Aufgrund der Ergebnisse der Rekrutenstudie (*1) kann man davon ausgehen, dass dies auch beim Menschen der Fall ist. Neuere Studien und Forschungen aus den USA verschärfen diese Beobachtungen.
Ein weiteres Risiko beim Fleischverzehren
Offenbar gibt es einen Zusammenhang zwischen Fleischessen und Schizophrenie. Je nach Verzehrgewohnheiten sind 20-80% der Menschen mit Toxoplasmose-Parasiten infiziert. Die Ansteckung erfolgt in der Regel über rohes oder unzureichend gegartes Fleisch. (*2)
Studien haben nun gezeigt, dass bei auffallend vielen Schizophrenen eine Toxoplasmose-Infektion vorliegt. Der Virologe E. Fuller Torrey vom Stanley Medical Research Institute in Maryland USA, kam nach einer Studie zu dem Ergebnis, dass eine Toxoplasmose-Infektion für Schizophrenie verantwortlich sein könnte. (*3)
Deswegen will man versuchen, Medikamente gegen Toxoplasmose bei der Behandlung schizophrener Patienten einzusetzen. Die Erfolgschancen bleiben jedoch ungewiss, da noch nicht bekannt ist, ob neuronale Schäden reversibel sind.
Quellen
*1
Studie der Prager Karls-Universität: 857 Rekruten wurden auf
Toxoplasma-Antikörper untersucht und es wurde ein psychologisches
Testverfahren durchgeführt. Bei diesem Test handelte es sich um einen
Persönlichkeitsfragebogen, der nach neuesten psychobiologischen Kriterien
konzipiert war. Das heißt, aufgrund neuropharmakologischer und
neuroanatomischer Erkenntnisse lassen sich bestimmte Persönlichkeitsfaktoren
der Konzentration einzelner Neurotransmitter im Gehirn zuordnen.
Die Toxoplasma-positiven Rekruten unterschieden sich in einigen
Persönlichkeitsmerkmalen deutlich von den Toxoplasma-negativen. Vor allem
war das Interesse, Neues zu erlernen und Neues kennen zu lernen, deutlich
vermindert. Der Intelligenzquotient war niedriger, ebenso das Interesse an
höherer Bildung.
*2
Deutsche Zoonosen-Tagung in Witzenhausen 2005.
Im Tagungshandbuch auf Seiten 34-38
*3
Stanley Medical Research Institute
Torrey EF, Barci BM, Bartko JJ, Webster MJ, Knable MB. Neurochemical markers
for schizophrenia, bipolar disorder, and major depression in postmortem
brains. Biol Psychiatry 2005;57:252-260.
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