Wie Gedankenbilder auf Tiere wirken
Julia, eine Mitarbeiterin am Hof, hat zu Hause eine Hündin, die sich mit anderen Hündinnen nicht gut versteht. Sie hört auf den Namen Bihla. Es gab sogar schon die eine oder andere Beißerei. So vermied es Julia, Bihla mit anderen Hunden zusammen treffen zu lassen. Und weil am Hof auch eine starke Hündin lebt, wagte sie es erst recht nicht, Bihla mit auf den Hof zu bringen.
Des öfteren unterhielten wir uns darüber, und überlegten immer wieder, ob wir die beiden nicht doch einmal auf neutralen Boden zusammenführen sollten. Aber die schlechten Erfahrungen der Vergangenheit hatten uns bisher davon abgehalten.
Weil ich die Hündin aber kennen lernen wollte, vereinbarten wir ein Treffen, bei dem sich die beiden Hunde nicht begegnen sollten. Ich wartete mit einem anderen Hund, einem Rüden, vor dem Hoftor und schloss einfach das Tor hinter mir, damit, wenn Bihla eintraf, die Hündin vom Hof nicht dazu kommen konnte. Als Bihla aus dem Auto sprang, begrüßte ich sie und der Rüde freute sich auch. Die Hündin bekam dies allerdings mit, lief auf das Tor zu und begann, fürchterlich zu bellen. Deshalb liefen wir anderen nun weiter in Richtung einer etwas abgelegenen Wiese. Doch plötzlich kam sie von hinten angerannt. Es war ihr gelungen, über das Tor zu springen. Wir waren erschrocken. In unseren Gedanken sprangen Bilder auf - von Aggression, von Beißereien und .... stop! Julia wollte ihre Hündin festhalten. Ich rief ihr zu: " Lass sie los und geh auf die Seite. Geh einfach weg und höre auf zu denken!" Julia und ich versuchten, die alten Gedanken-Bilder loszulassen. Wir stellten uns stattdessen vor, wie beide Hündinnen nebeneinander hergehen und Friede zwischen ihnen ist. Wir mussten uns regelrecht zwingen, die alten Bilder nicht zuzulassen. Aber es funktionierte. Wir liefen einfach weiter, die Hündinnen nebeneinander her, und es passierte nichts. Doch sobald einer von uns "Menschen" zu zweifeln begann, wurde es wieder kritisch.
Das war sehr interessant, und es hat uns gezeigt: Die Hunde unter sich waren nicht das Problem, sondern wir Menschen mit unseren Ängsten, Vorstellungen und Bildern. Wenn wir nämlich Angst aussenden, dann nimmt das Tier diese Schwingung auf. Sind wir hingegen zuversichtlich und ohne Zweifel, vertrauen wir dem Tier, dann kann die Begegnung sogar reibungslos verlaufen.
Eines hatten wir uns bisher nicht bewusst gemacht: Die Hündinnen hatten sich längst, bevor wir daran gedacht hatten, ihre Schnupperbilder voneinander gemacht. Denn Julia hatte an ihrer Kleidung in der Regel den Duft von Bihla, und wenn sie nach hause kam, war an ihr der Duft von der Hof-Hündin. Hunde aber können Informationen über Düfte erschnuppern.
So hatten sich die beiden schon viel früher kennen gelernt, und deswegen war ihre Begegnung auf dem Hof der zweite Schritt. Wir haben uns vorgenommen, die Gedankenarbeit mit positiven Bildern fortzusetzen. Dann kann Bihla häufiger zu uns kommen. Sie ist wieder mit Artgenossen zusammen und ihr Leben wird wieder freudiger sein.
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