Hunde voller Lebensfreude
August 1998
Wenn
Hunde keine angemessene Kommunikation haben, stumpfen sie ab oder werden
aggressiv. Jeder kennt den Anblick von Hunden, die an Ketten gebunden, ihr
Dasein fristen. Zwinger für Hunde sind allgemein üblich. Hunde
an die Leine zu nehmen, gilt ebenfalls als selbstverständlich. In der
Regel hält man sich einen einzelnen Hund.
Warum denken wir eigentlich so wenig nach, was für Hunde normal und artgerecht wäre und was ihre wirklichen Bedürfnisse sind?
Wir hatten früher auch immer einen Hund. Er war viel allein, während wir bei der Arbeit waren. Wir hatten auch einen Zwinger für ihn. Irgendwann fing er an, andere Hunde zu beißen und man musste ihn an die Leine nehmen. Für uns Kinder war das alles normal, wir kannten das nicht anders.
Heute leben wieder Hunde bei uns. Doch jetzt ist alles ganz anders. Die Hunde sind voller Lebensfreude. Sie sind nie allein. Sie sind zu zweit und bekommen viel Besuch von anderen Hunden. Sie kennen zwar die Leine, doch wir brauchen sie nur, wenn es einmal in die Stadt geht. Sie hören, was wir ihnen sagen und sie verstehen es.
Die
Hunde haben viel Bewegung, weil sie den ganzen Tag mithelfen im Stall und
bei der anderen Arbeit. Sie sind immer aufmerksam dabei und helfen, die
Tiere zu hüten. Neulich waren sie zusammen mit uns auf einem Hundetreffen
mit etwa 40 Hunden ihrer Rasse. All diese Hunde liefen frei auf einer Wiese
und tollten herum. Das war ein schöner Anblick, und man musste richtig
aufpassen, welche nun unsere Hunde waren. Sie begrüßten ihre
Eltern und ihre Wurfgeschwister und machten so manch weitere Bekanntschaft.
Verblüffend war: es gab nicht eine einzige Rauferei. Und warum? Diese
Hunde sind es gewohnt, mit Artgenossen zusammen zu sein. Es entspricht nicht
ihrem Wunsch nach Gemeinschaft, wenn sie zum Beispiel einzeln in Wohnungen
sitzen müssen und auf ihren Menschen warten.
Wir achten darauf, dass unsere Hunden immer mit anderen Hunden zusammenkommen, denn sie brauchen diese Kommunikation. Für uns sind Hunde unsere Übernächsten. Sie gehören zu unserer Familie, und so behandeln wir sie auch. Wenn wir ihnen die Nahrung zubereiten, dann achten wir auch auf saubere Schalen und auf einen sauberen Essplatz. Auch sagen wir ihnen jeweils. was sie zu essen bekommen.
Aus
dem Buch "Du, das Tier - Du, der Mensch" haben wir gelernt, dass
sich Tiere Schnupperbilder machen können und man durch Bild-Ton-Eingaben
mit ihnen kommunizieren kann. Wenn wir also weggehen, dann sagen wir den
Hunden, wohin wir gehen und dass es ihre Aufgabe ist, über Haus und
Hof zu wachen. Wenn wir zusammen irgendwo hinfahren, dann geben wir ihnen
das Bild ein, wo wir hingehen. Wir sagen ihnen zum Beispiel das wir jetzt
mit dem Auto zu Freunden fahren und geben ihnen in Bild und Ton den Weg
und die Menschen dort ein. Und sie verstehen es. Sagen wir ihnen zum Beispiel,
dass wir jetzt die Pferde von der Weide holen, und geben wir ihnen ein Bild
von der entsprechenden Weide, dann laufen sie schon von selbst dahin.
Interessant ist auch: Je feiner wir mit den Tieren umgehen, umso sensitiver werden sie. Sie verstehen uns gut und manchmal genügt schon ein Blick, um sich zu verständigen. Wir Menschen und die Hunde sind Freunde geworden, und darüber freuen wir uns.
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