Unsere 21 Neulinge (Nov/Dez 2007)
Das
Damwild ist ein mittelgroßer, vor allem in Mittel- und Südeuropa
sowie in Vorderasien verbreiteter
Hirsch.
Der Damhirsch ist ein Wiederkäuer und somit ein reiner Vegetarier. Die Tiere ernähren sich von Gras und Laub.
Vorgeschichte
Ende 2007 hat ein Gehegebesitzer im Pfälzerwald, aus gesundheitlichen Gründen beschlossen sein Gehege nicht mehr aufrechtzuerhalten. Deshalb sollte die ganze Herde, etwa 50 Tiere, abgeschossen werden.

Für
die Nachbarn des Geheges war das noch einigermaßen normal, sie waren das
über Jahre gewohnt. Ein Punkt hat dann das Fass zum Überlaufen gebracht.
Kinder haben am Zaun gespielt, sie haben die Tiere gefüttert, haben den
Jungtieren Gras gegeben, Möhrchen gegeben. Etwa 10 Meter daneben fängt der
Jäger wieder das Schießen an.
Der Jäger hat in die Herde hineingeschossen, während die Kinder am Zaun andere Tiere fütterten. Die Kinder sind offensichtlich zu Tode erschrocken. Dann hat der Jäger, auch ein Jungtier, ein Kalb im Alter von etwa einem halben Jahr angeschossen. Das Jungtier lief winselnd, schreiend durch das Gehege. Die Kinder mussten das mit anschauen. Was macht der Jäger? Er öffnet das Gatter, geht rein, nimmt ein Messer und schneidet dem kleinen Kälbchen vor den Augen der Kinder die Kehle durch, um es zu erlösen, wie er sagt.
Die Eltern der Kinder hat das bewogen, die Polizei zu holen. Auf Grund des öffentlichen Drucks (Berichte in der lokalen Presse) hat es dann wohl den Besitzer dieses Geheges bewogen, Tierschützern, die auch gerufen wurden, zuzugestehen, die Tiere zu retten.
Die Rettungsaktion
Anwohner und Tierschützer machten die Tierfreunde von "Heimat für Tiere" auf dieses Gehege aufmerksam. Sofort begann eine intensive Rettungsaktion, welche sich über viele Wochen erstreckte. Unzählige Telefonate wurden geführt, um die Tiere an andere Gehege oder Tierfreunde zu vermitteln.
Wir von Heimat für Tiere fuhren drei Mal eine Strecke von fast vier
Stunden einfache Fahrt. Wir waren insgesamt acht Tierfreunde, welche
letztlich fünf Tage vor Ort waren.
Das Einfangen der Tiere und der Transport mussten detailliert geplant
werden. Es sind ja immer noch Wildtiere, auch wenn sie in einem Gehege von
ca. 3,2 Hektar lebten. Sie waren sehr scheu. Wir mussten letztlich ein
Gehege im Gehege bauen, und in unendlicher Geduld, immer im festen Glauben
an den Erfolg dieser Rettungsaktion, die Tiere einfangen und zum Transport
vorbereiten.
Für den Transport wurden die älteren Tiere betäubt und dann in einen Transporter der mit Stroh ausgelegt war transportiert. Hier sehen wir die ersten Bilder der Rettungsaktion.
Für den Umzug der Tiere wurde ein Transporter gut mit Stroh ausgelegt und
jeweils 4-8 Tiere gemeinsam transportiert.
Hier ein ein älteres Tier und ein kleines Kälbchen. Es ist wenige Monate alt.
Die
Kleinen haben ein Fläschchen bekommen, weil die Fahrt recht strapaziös für die jungen Tiere war.
So sind alle 21 Tiere gut angekommen und freuen sich nun ihres Lebens auf einer Weide bei Heimat für Tiere, wo sie keine Jäger fürchten müssen und bis an ihr Lebensende sein können.
Rückblick
Wenn man sich das vorstellt, solche Tiere aus 10 m Abstand mit einem
großkalibrigen Jagdgewehr einfach abzuschießen. Kinder stehen daneben. Ich
glaube, grausamer und perverser kann man das Ganze nicht mehr betreiben.
Je mehr Menschen den Gedanken unterstützen, Friede mit Natur, Mensch und Tieren zu halten, um so mehr Tiere werden ihrer Art entsprechend, in Freiheit leben können.
Die Herde
Mehr als die Hälfte der Tiere sind Kitze im Alter von ca. sechs Monaten bis einem Jahr. Sie sind scheu, bleiben meist als Gruppe zusammen, es wird wohl einige Zeit dauern, bis diese wunderschönen Wesen wieder Vertrauen in den Menschen fassen. Auf der Weide ist auch ein Unterstand mit trockenem Stroh, frischem Wasser und auch eine Raufe mit Heu.
Es muss noch Weideland, wenn möglich mit etwas Wald, von ca. 2 Hektar gekauft und ein Unterstand erweitert werden.
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Bilder: © Heimat für Tiere e.V.



