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Gabriele Brief

Ausgabe Nr. 4 (Juli 2003)

Gottes Wort, das Gesetz der Liebe und Einheit, und die Rechlosen dieser Erde

Kapitel: Die »christlichen« Kirchen haben nur Leid, Not und Tod über Mensch, Natur und Tiere gebracht

So mancher Leser wird sich fragen: Sind die Kirchen tatsächlich der gewisse Helfershelfer, die unheilvolle Macht, die an allem schuld ist, auch an dem Leid der Tiere?

Die Kirchen, die sich als christliche Instanz sehen, haben seit ihrem Bestehen nur Leid, Not und Tod über Menschen, Natur und Tiere gebracht. Denken wir nur an die Kreuzzüge, an das Mittelalter, an die so genannten Hexenverbrennungen, denken wir an die Sklaverei und an die letzten Massaker der katholischen Kroaten an den orthodoxen Serben zwischen 1941 und 1943 in Jugoslawien.

Die kirchlichen Institutionen bejahen auch die so genannten Verteidigungskriege und den Krieg und Mord an den Tieren. Die Lehre Jesu haben sie verraten, indem sie das Gegenteil von dem tun, was Jesus lehrte. Sie vermischten die klare Lehre des Nazareners mit dem Heidenkult. Im ARD-Teletext vom 8.4.2003 war dazu unter der Rubrik Aus aller Welt folgendes zu lesen.

»Voodoo in Haiti als Religion anerkannt. Knapp 200 Jahre nach der Unabhängigkeit Haitis wurde dort der Voodoo als Religion offiziell anerkannt. Eine entsprechende Verfügung gab Präsident Jean Bertrand Aristide bekannt. In einem Gesetz soll der Voodoo den christlichen Konfessionen rechtlich gleichgestellt werden. Drei Viertel der acht Millionen Haitianer gelten als Anhänger des Voodoo-Kultes. Es handelt sich um eine polytheistische Religion, die die Vorfahren der heutigen Einwohner, verschleppte Sklaven aus Afrika, im 18. Jahrhundert mitbrachten und mit christlichen Elementen mischten.«

Die Lehre Jesu hat mit den »christlichen Elementen« im Voodoo wahrlich nichts zu tun! Es sind Elemente der Institutionen Kirche, die ihren heidnischen Kultzauber mit der Lehre des Jesus, des Christus, vermischten und vermengten. Das Brockhaus-Lexikon informiert darüber: »Im Voodoo sind Elemente der seit dem 16. Jahrhundert von schwarzen Sklaven aus Westafrika mitgebrachten Religionen und des Katholizismus miteinander verschmolzen ... Verehrt werden ... göttliche Wesen aus der afrikanischen Vorstellungswelt, auf die zum Teil Züge katholischer Heiliger übertragen wurden.«

Das ganze Kultmischwerk wird dann teilweise unter der Bezeichnung »christlich« geführt. Solche und ähnliche Aussagen wie die, dass die Voodoo-Religion christliche Elemente beinhalte, zeigen, wie die Lehre des Jesus, des Christus, verbogen wird.

Dass die Kirche die Verursacherin der Not, des Leidens und des Getötet-Werdens der Tiere ist, stellt bereits Anfang der 90er Jahre auch der Theologieprofessor Dr. Erich Gräßer fest, der früher Ordinarius für Neutestamentliche Theologie an der Universität Bonn war und heute an der Theologischen Fakultät der Universität Greifswald lehrt. Er knüpft in einem Vortrag an eine Äußerung des ehemaligen Vorsitzenden des Deutschen Tierschutzbunds, Dr. Andreas Grasmüller, an, wonach Tierschutz kein Anlass zur Freude, sondern eine Aufforderung ist, sich zu schämen, dass wir ihn überhaupt brauchen. Diese Scham, so der Theologe, werde von den christlichen Kirchen nicht geteilt: »Was ist mit Kirche und Tierschutz?... Wenn einst die Geschichte unserer Kirche geschrieben wird, dann wird das Thema „Kirche und Tierschutz“ im 20. Jahrhundert darin ein ebenso schwarzes Kapitel darstellen, wie einst das Thema „Kirche und Hexenverbrennung“ im Mittelalter. Und so, wie die Kirchen im 19. Jahrhundert bei der sozialen Frage versagten und die Arbeiter aus der Kirche heraustrieben, so versagen sie heute im Tier- und Naturschutz und treiben die Tierschützer aus der Kirche heraus. Denn für Tierschutz hält sich die Kirche nicht für zuständig.«

Professor Gräßer geht dann auch auf die Geschichte dieser kirchlichen Tierverachtung ein: »Woher kommt diese Tiervergessenheit in der Kirche? Nun, es liegt daran, dass die Ethik, die theologische wie die philosophische, meint, sie habe es nur mit dem Verhalten der Menschen zum Menschen und zur Gesellschaft zu tun.« Professor Gräßer zitiert Albert Schweitzer, der einmal gesagt hatte, dass die europäischen Denker wie penible Hausfrauen darüber »wachen, dass ihnen keine Tiere in der Ethik herumlaufen« Gräßer fügt hinzu: »Was sie sich an Torheiten leisten, um die überlieferte Engherzigkeit aufrechtzuerhalten und auf ein Prinzip zu bringen, grenzt ans Unglaubliche. Entweder lassen sie das Mitgefühl gegen Tiere ganz weg, oder sie sorgen dafür, dass es zu einem nichts sagenden Rest zusammenschrumpft. Was wir heute erleben, ist ein mit dem Rechenstift ausgeklügeltes, schreckliches Höllenspiel, in dem wir unsere Nutztiere in der Massentierhaltung zu Tiermaschinen herabstufen. Die Übermenge an Eiern, Fleisch und Butter, die die westlichen Wohlstandsgesellschaften auf diese Weise produzieren, ist mit menschenunwürdiger Tierquälerei bezahlt. Gegenüber dieser überall straflos praktizierten Ungeheuerlichkeit liest sich Albert Schweitzers Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben wie eine Botschaft von einem anderen Stern. Und eine Kirche, die zu dem allem schweigt, erklärt damit den Bankrott ihrer Barmherzigkeitspredigt!« (Quelle: Arbeitskreis gegen Vivisektion, Interlaken)

Klare Worte eines eigenständig denkenden Christen, der verstanden hat, was Jesus, der Christus, wollte, was Er lehrte und welche Verantwortung jedem wahren Christen zukommt!

Im übrigen stellt Prof. Gräßer auch sonst kritische Fragen, die jedem Zeitgenossen und auch so manchem Kirchenchristen Anstöße zu eigenem Denken geben oder gar ein Licht aufgehen lassen könnten. Z.B.:

»Was wissen wir vom historischen Jesus? Welcher Art sind unsere Quellen? ... Sollen wir keine historischen Bereiche, sondern nur Glaubenszeugnisse haben? Wird der Glaube gar zum Unglauben, wenn er sich vom historischen Wissen abhängig macht? Ferner: Ist der historische Jesus das Maß aller Dinge, oder gehört er mit seiner Verkündigung nur zu den Voraussetzungen der Theologie des NT?«

Die Ergebnisse der historisch-kritischen Forschung bezüglich des Lebens und der Lehre des Jesus von Nazareth sind mir nicht bekannt. Doch es gibt ein Werk, in dem Er, Christus, der als Jesus über diese Erde ging, selbst detailliert darüber berichtet. Es heißt »Das ist Mein Wort. Alpha und Omega. Das Evangelium Jesu. Die Christus-Offenbarung, welche inzwischen die wahren Christen in aller Welt kennen«.

Gräßer wirft z.B. auch die interessante Frage auf: »Was gilt: Jesus und Paulus, Jesus oder Paulus?«

Zurück zum Thema Tierschutz in Äußerungen von Vertretern der Kirche. Einigen dämmert inzwischen, dass die von ihrer Institution eingeführte Tierverachtung den Geboten Gottes krass widerspricht. Ein Beispiel hierfür ist der evangelisch-lutherische Kirchenrat Helmut Breit, der in der Sendung des Bayerischen Rundfunks Auf ein Wort auf ein trauriges Tierschicksal aufmerksam macht, wie es sich täglich vielfach auf unseren Straßen ereignet:

»Der Autoscheinwerfer erfasst ihn kaum. Mitten auf der Straße liegt ein überfahrener Igel. Platt gedrückt von unzähligen Autoreifen, kann man seine putzige Gestalt nicht mehr erkennen. Mir fällt die Geschichte vom Hasen und dem Igel ein, in der der Igel als der Schlauere den Hasen austrickst und zuletzt Sieger bleibt. Gegenüber dem Menschen hat er keine Chance.

Wer in der Natur kann es schon gegen den Menschen aufnehmen? „Ob er gleich tot war?“, frage ich mich. Ob er das überhaupt mitbekommen hat, der Igel? Ob er Familie hat, vielleicht Kinder? Ob jene das Fehlen eines Elternteils überhaupt wahrnehmen? Merkwürdige Gedanken, werden Sie vielleicht sagen. Ein Igel! Wie viele Menschen kommen ständig im Verkehr um.

Ist der Mensch mehr wert als ein Igel? Natürlich, in der Selbsteinschätzung wird das jeder bejahen. Aber das ist unser Fehler, unser Denkfehler. Leben ist immer gleich wertvoll. Christen sollten das wissen. Gott ist mein Schöpfer, und er war der Schöpfer dieses toten Igels. Ehrfurcht vor dem Leben, so hat es Albert Schweitzer einst genannt. Er hatte recht. Ehrfurcht vor dem Leben. In der Bibel steht, dass die Natur seufzt unter dem Menschen und sehnsüchtig wartet auf die Erlösung. Auch dieser Igel.« (Aus: Igel-Bulletin, Ausgabe 9. Mai 1993)

Die Bedenkenlosigkeit, mit der der Mensch in das Leben seiner Mitmenschen und seiner Mitgeschöpfe, der Tiere, eingreift, ist schon erstaunlich. Ungerührt verwendet er seine Nächsten und seine Übernächsten für seine Zwecke. Nach Bedarf entnimmt er ihnen z.B. Körperteile, um das Dasein eines Menschen auf dieser Erde, das sich dem Ende zuneigt, künstlich zu verlängern – ungeachtet dessen, ob es in dessen Lebensplan so vorgesehen war und ob dieser Patient die zusätzlichen Erdenjahre überhaupt sinnvoll und gewinnbringend im Sinne seines ewigen Lebens nutzen kann.

Derzeit wird beklagt, dass immer mehr Krankheitserreger, Viren, die in der Menschheit schwerwiegende epidemische Seuchen auslösen, von bestimmten Tierarten auf den Menschen hinübergewechselt sind – eine Entwicklung, der Medizin und Wissenschaft hilflos und besorgt gegenüberstehen. Doch bedenken wir: Wer hat denn damit begonnen, die natürliche Schranke zwischen dem Organismus von Mensch und Tier außer Kraft zu setzen, z.B. durch Organtransplantation?

Kirchlicherseits wird Organtransplantation bejaht. Wie sehr diese Bejahung gegen die Gesetze Gottes verstößt, fällt inzwischen auch manchem Theologen auf. So stellte der Lehrbeauftragte für Religionswissenschaft an den Universitäten Hildesheim und Kiel, Referent an katholischen und evangelischen Akademien und Erwachsenenbildungs-Zentren, Dr. theol. Erhard Meier, der sich u.a. intensiv mit der Ethik des Tierschutzes auseinandergesetzt hat, in einem Vortrag fest:

»Der Vatikan (Akademie für das Leben) hat keine grundsätzlichen Bedenken gegen Organtransplantationen vom Tier auf den Menschen.« In der anschließenden Stellungnahme Meiers heißt es: »Die Transplantation eines Organs (z.B. Herz) aus einem toten Schwein auf einen kranken Menschen lehne ich als unvertretbare Möglichkeit ab. Der Mensch darf nicht in verblendeter Macht-Pose, da Tiere wehrlos sind, auf das Leben anderer Mitgeschöpfe übergreifen. Das verbietet die Hl. Schrift, in der es auch um den Schutz der jeweils Schwachen und Schwächsten geht.

Der geistliche Grundzug der Bibel ist aus dem Christus-Geschehen zu ersehen: Geburt, Leben, Wirken, Sterben, Auferstehung, Himmelfahrt und Wiederkunft des Gottessohnes Jesus des Christus, d.h. des Messias, Wiederkunft des Lammes Gottes, das wir anbeten werden. Hier wird eine umfassende Heils-Geschichte von Gott an uns offenbart, die dem Heil aller Geschöpfe gilt. In Röm 8, 18 ff sowie in der Apokalypse kommt verdichtet zum Ausdruck, was der geistliche Grundzug der Offenbarung ist, nämlich die Beachtung des Geheimnisses des Lebens an sich – und die Not-Wende, dass die lebenden Geschöpfe sich zueinander neigen in liebender Gesinnung.

Ich als Mensch habe kein Recht, das Organ eines Tieres (noch eines andren Menschen) für mich in Anspruch zu nehmen, da jedes einzelne Geschöpf das Mysterium des Lebens trägt, an dem wir alle GLEICHERMAßEN teilhaben. Gerade angesichts der unendlich weit reichenden und finstersten Verfehlungen des Menschen (Terrorismus u.a.) ist es jetzt angebracht, nach innen zu schauen, sich klar zu werden, WER WIR MENSCHEN SIND: Mit einer Würde, die wir nicht aus uns selbst haben, sondern allein von Gottes Gnaden ...«

Das Resümee des Religionswissenschaftlers: »Ich plädiere für Besinnung, Analyse, Meditation, Askese, Gebet, Vegetarismus ...«

Meiers abschließende Worte sind nachdenkenswert: »Wahre Lebensqualität und Freude bringen der Blick auf die bereits vorhandenen Schönheiten der Schöpfung Gottes.«

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