Gabriele Brief
Ausgabe Nr. 4 (Juli 2003)
Gottes Wort, das Gesetz der Liebe und Einheit, und die Rechlosen dieser Erde
Kapitel: Menschen töten Tiere. Gott ist das Leben!
Wer sich im Tagesgeschehen die Mühe macht, zu analysieren, was eigentlich Verstehen bedeutet, wird sich sehr bald in dem Wörtchen »warum« wieder finden. Warum ist das so und nicht anders? Warum ist es nicht so, wie es sich der Verstand ausgedacht hat? Warum ist die heutige Gesellschaft, die zur Verstandesgesellschaft geworden ist, so brutal geworden? Warum verstehen wir Menschen andere Kulturkreise so schwer oder gar nicht? Warum ist der eine krank, der andere gesund? Warum verzehren wir Menschen Tierleichenteile, wo wir doch die Krone der Schöpfung sein sollen? Wenn wir die Krone der Schöpfung sein wollen, warum können wir kein Leben schaffen? Warum braucht der Mensch immer eine Lebensbasis, eine Lebenssubstanz, um darauf aufbauen zu können? Warum können wir von uns aus keine Basis, keine Lebenssubstanz schaffen? Es gäbe noch unzählige Fragen.
Für viele Menschen bleiben immer noch Fragen offen, die heißen: Warum nehmen Menschen Menschen das Leben? Warum töten Menschen Tiere? Warum zerstören die Menschen die Natur? Warum können sie die Basis, die Lebenssubstanz, nicht schaffen?
Der großmundige Verstandesmensch kann kein Gräslein, keine Blume, keinen Baum, keinen Strauch, kein Tier schaffen – er braucht immer die Lebenssubstanz, die Basis des Lebens. Wer ist die Lebenssubstanz? Es ist einzig Gott.
Wenn Gott das Leben ist – darf der Mensch töten? Glaubt der Mensch, Menschen töten zu dürfen, weil die Kirche das Töten erlaubt hat? Glaubt der Mensch, Tiere töten zu dürfen, weil die Kirche das Töten erlaubt hat? Oder ist er der Ansicht, weil die Tiere keinen Verstand, nur einen »Instinkt« haben, sei ihm das erlaubt? Die Kirchen sind für das Töten, weil alles, was nicht in ihren Fußspuren, in den Spuren des Fallgedankens, geht, ihnen gefährlich ist oder gefährlich werden könnte. Doch Gott sprach durch Mose: »Du sollst nicht töten.« Der Widersacher sprach durch kirchliche Obrigkeiten: Du darfst töten, nur nicht morden.
Wer sich ohne Selbstbeweihräucherung daran macht, den so genannten Instinkt der Tiere zu erforschen, der wird früher oder später zur Erkenntnis kommen, dass der »Instinkt« um vieles weit reichender ist als der Verstand.
Die Definition von Instinkt im Wörterbuch ist folgende: »Anreiz der Natur. Naturtrieb. Unbewusst gesteuerter, keiner Übung bedürfender, natürlicher Antrieb zu bestimmten Verhaltensweisen. Befähigung besonders der Tiere, in bestimmten Situationen in bestimmter, auch bewusst gelenkter Weise zu reagieren, ein bestimmtes (bes. lebens- und arterhaltendes) Verhalten zu zeigen: Der tierische Instinkt der Brutpflege, der Fortpflanzung und der mütterliche Instinkt. Das Tier lässt sich von seinem Instinkt leiten.«
Wenn wir die Fakten über den Instinkt sammeln und analysieren, dann erkennen wir, dass die Verhaltensweisen der Tiere in die Abläufe der Natur eingebettet sind. Die Elemente und die Mutter Erde, alles, was unbelastet, also ohne Egotrieb, auf und in der Erde lebt, wird vom Allgeist, dem Leben, gelenkt. Die Pflanzen, Mineralien und Tiere werden also vom Allgeist, vom Geist der Natur, durchströmt. Der ewige Geist, das ewige Gesetz, Gott, wirkt und waltet in der irdischen Natur.
Erkennen wir den Unterschied von »gelenkt« und »gesteuert«. Steuerung erfolgt durch nicht-göttliche Kräfte und führt immer zu Schwäche, Verfall, Zerfall, Verderb, Niedergang – letztlich zum Tod. Das entspricht dem Fallgedanken.
Von wem wird der Mensch gesteuert? Wer wirkt auf seinen Egotrieb ein?
Die Vögel fliegen Tausende von Kilometern, sie kennen ihre Flugroute, wissen die Zeit, um zu brüten. An dem Ort, wo sie vor einem Jahr gebrütet haben, bauen sie rechtzeitig ihre Nester, oder sie beziehen ihre Wohnung vom Vorjahr. In der ganzen Tierwelt kann man Gleiches und Ähnliches beobachten.
Für viele Tiere ist zwei- bis dreimal im Jahr Zeugung und Brutzeit. Nun erhebt sich das Wörtchen »Warum«: Warum kennt der Mensch seine Schranken nicht? Warum ist für ihn Tag und Nacht Sexualzeit? Warum ist er ein Ego- und ein Sexualprotz? Kommt das ganze Verhalten aus seinem Verstand, weil er eben ein Verstandesmensch ist? Unvoreingenommen analysiert heißt das: Der Verstand ist dem Instinkt unterlegen. Die Natur wird vom Allgeist gelenkt, der Mensch von seinem Verstandestrieb gesteuert, der von Egogier, Egosucht, Überheblichkeit und Sexualtrieb besetzt ist. Dem Verstand fehlt die Liebe zu Gott – die Natur lebt in der Liebe Gottes und somit in der Einheit.
Auf den Punkt gebracht, kann gesagt werden: Wenn die Menschen einen Instinkt hätten statt eines Verstandes, wären sie klüger. Dazu Anmerkungen von Arthur Schopenhauer (1788-1869), deutscher Philosoph:
»Wer gegen Tiere grausam ist, kann kein guter Mensch sein.«
»Die christliche Moral hat ihre Vorschriften ganz auf den Menschen
beschränkt, die gesamte Tierwelt rechtlos gelassen. Man sehe nur, wie unser
christlicher Pöbel gegen die Tiere verfährt, sie völlig zwecklos und lachend
tötet oder verstümmelt oder martert, seine Pferde im Alter bis aufs äußerste
anstrengt, um das letzte Mark aus ihren armen Knochen zu arbeiten, bis sie
unter seinen Streichen erliegen. Man möchte wahrlich sagen: Die Menschen
sind die Teufel der Erde und die Tiere ihre geplagten Seelen.«
»Die Welt ist kein Machwerk, und die Tiere sind kein Fabrikat zu unserem
Gebrauch. Nicht Erbarmen, sondern Gerechtigkeit ist man den Tieren
schuldig.«
Leonardo da Vinci (1452-1519), italienischer Maler und Universalgenie, sagte folgendes:
»Es wird ein Tag kommen, an dem die Menschen über die Tötung eines Tieres genauso urteilen werden, wie sie heute die eines Menschen beurteilen. Es wird die Zeit kommen, in welcher wir das Essen von Tieren ebenso verurteilen, wie wir heute das Essen von unseresgleichen, die Menschenfresserei, verurteilen.«
Von Günther Weitzel, einem bekannten deutschen Chemiker (1915-1984), lesen wir:
»Das christliche Gewissen kann sich mit der Nichtanwendung des 5. Gebotes auf die Schlachttiere nicht zufrieden geben. Wer einmal ein Schlachthaus besichtigt hat, pflegt von dem Gesehenen mehr oder weniger schockiert und angewidert zu sein. Fast jeder kommt zu der Ansicht, dass das brutale Erschlagen von Tieren, die man zuerst herangezogen und gemästet hat, um sie schließlich aufzufressen, der heutigen Menschheit und speziell des Christentums unwürdig ist.«
Und Leo Tolstoi (1828-1910), Humanist und Dichter, stellte fest: »Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.«
»Vegetarismus gilt als Kriterium, an welchem wir erkennen können, ob das Streben des Menschen nach moralischer Vollkommenheit ernst gemeint ist.«
Albert Schweitzer (1875-1965), Arzt, Musiker und Theologe, Friedensnobelpreisträger 1952, sagte folgendes:
»Ehrfurcht vor dem Leben bedeutet Abscheu vor dem Töten.«
»Wo immer ein Tier in den Dienst des Menschen gezwungen wird, gehen die Leiden, die es erduldet, uns alle an.«
»Meine Ansicht ist, dass wir, die für die Schonung der Tiere eintreten, ganz dem Fleischgenuss entsagen und auch gegen ihn reden. So mache ich es selber. Und damit kommen so manche dazu, auf das Problem, das so spät aufgestellt wurde, aufmerksam zu werden.«
»Ich gebe mir darüber Rechenschaft, dass die Gewohnheit, Fleisch zu essen, nicht mit erhabenen Gefühlen in Übereinstimmung steht.«
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