Pflanzen von Laub- und Nadelbäumen
Lebensraum für Wildtiere und Pflanzen
Wo
finden die größeren und vor allen Dingen die kleinen Wildtiere einen Lebensraum?
In den Hecken der Felder. Unsere heutige intensive Agrarwirtschaft und die
zunehmende Urbanisierung unserer Landschaft bietet kaum noch Wohnraum für Wildtiere. Mit der
Flurbereinigung verschwanden in Deutschland viele Hecken an den Feld- und
Waldrändern. Selbst an den Rändern der Feldwege unserer sterilen Kulturlandschaft
wird alles weggemäht. Es bleibt kein Halm mehr stehen. Für Tiere und
Pflanzen wird es immer schwieriger zu überleben.
Im
den Jahren 2003-2004 haben wir an den Rändern unserer Wiesen und Weiden
Benjeshecken angelegt. Entlang der Hecken wurden über 1000 Jungbäume
gepflanzt. Wind und Vögel versorgen die Hecken seitdem mit
Samen. In diesen Hecken wachsen nun verschiedenste wilde Pflanzenarten. Im
ersten Jahr ist die Hecke bereits mit herrlichen Hochstauden bewachsen.
Siehe Bilder oben und rechts.
Impressionen an einem Spätsommertag
Das sind Fotos, die an einem Stück der Benjeshecken gemacht wurden, das ca. 30 Meter lang ist. Über 20 verschiedene blühende Pflanzen sind dort zu finden. Klicken Sie auf die Bilder, um mehr Details zu erkennen. Auf den Blüten und an den Pflanzen befinden sich viele unterschiedliche Insekten. Man hört leise das Summen der Insekten und riecht den feinen Duft der blühenden Pflanzen. Eine Benjeshecke entwickelt sich zu einem Biotop für vielerlei Lebewesen und ist damit wahrlich ein Ort des Lebens. Auch Heilkräuter, wie das Johanniskraut, die Schafgarbe und die Brennnessel, sind in den Hecken zu finden.
Woher kommt der Name »Benjeshecke«?
Die Benjeshecke wurde nach ihren Erfindern, den Brüdern Hermann und Heinrich Benjes, benannt und ist inzwischen ein fester Begriff bei Naturschützern und Naturschutzverbänden.
»Eine Hecke zieht Tiere an wie ein Magnet, sie ist der Finger an der Hand des Waldes.« (Heinrich Benjes). Laut SPIEGELspecial gilt die Benjes-Hecke als »das erfolgreichste Flurbelebungskonzept der Naturschutzgeschichte«.
Hermann Benjes hatte die Idee, unserer übertrieben flurbereinigten Landschaft auf diese Weise Ursprünglichkeit zurückzugeben. Diese Hecken bieten den Ackerfluren Abschirmung gegen den Wind und sorgen so für ein eigenes Mikroklima in der Feldflur. Außerdem sind sie ein geeigneter Lebensraum für vielerlei Tiere und Pflanzen. So finden viele Vogelarten eine geschützte Brutstätte, Feldhasen können ihre Jungen ungestört aufziehen.
Lebensraum für Insekten
In unserer industriellen Kulturlandschaft wird die Artenvielfalt der Pflanzen und Kleinstlebewesen bekämpft, mit Fungiziden, Herbiziden, Insektiziden und mit Mist und Gülle. Eine Benjeshecke und die dort lebenden Pflanzen bieten jedoch vielfältigen Lebensraum. Zählen Sie mal genau. Auf diesem Bild sind 20 Insekten in verschiedenen Größen zu finden. Bienen und andere Insekten finden in den vielen Blüten der Pflanzen, die sich in den Benjeshecken angesiedelt haben, gute unvergiftete Nahrung.
Lebensraum für Vögel
Sobald
Ruhe an der Hecke eingekehrt ist, finden sich auch die ersten Vögel
ein. Die Vögel finden in den sich entwickelnden Sträuchern Nistplätze.
Andere Vögel bringen neue Samen in die Hecke. Die unverdauten Samenkerne der
verspeisten Früchte wie Weißdorn und Hagebutte finden so schnell in die
Hecken. Die Artenvielfalt der sich ansiedelnden wilden Pflanzen mit ihren
Samen und Früchten wirkt ebenso anziehend wie auch die Vielzahl der Insekten
auf die verschiedenen Vögel. Manche Vögel bevorzugen Samen, andere wiederum
Insekten und beides ist im Lebensraum Benjeshecke reichlich zu finden.
Lebensraum für Nager und andere Tiere
Mit fortschreitender Entwicklung der Hecke und je nachdem wie gut die Vernetzung mit bestehenden Lebensräumen statt gefunden hat, finden viele weitere Tiere eine Heimat, Unterschlupf und Nahrung in den Hecken.
Vernetzung der Hecken beschleunigt die Besiedelung mit Tieren
Gerade die kleineren Tiere können keine großen Strecken zurück legen und sind bei ihren Wanderungen darauf angewiesen, schnell wieder neuen Lebensraum zu finden (zu erreichen). Die verbindende Funktion der Heckenreihen ermöglicht es den Tieren, sicher zu wandern ohne auf einem der endlosen Felder der modernen Kulturlandschaft zu Tode zu kommen.
Heilpflanzen
Es
ist erstaunlich, wie häufig herrliche und gut entwickelte Heilpflanzen in
den Benjeshecken zu finden sind. So gut entwickelte und große Johanniskraut-pflanzen wie in den Benjeshecken habe ich noch nirgends wo
anders gesehen. Der Aufbau der Benjeshecke scheint mit seinen Sonnenplätzen,
Windschutz und Schattenplätzen spezifische Rand-bedingungen (Mikro-
Vegetationszonen) zu schaffen, die sonst von den Pflanzen selten zu finden
sind.
Der Aufbau der Benjeshecken
Die Benjeshecke ist eigentlich als ein Prinzip zu verstehen, deshalb gibt es sie auch in verschiedenen Ausführungen. Was der Platzbedarf, die zur Verfügung stehenden Hilfsmittel und den Personaleinsatz betrifft, lässt sie sich flexibel den jeweiligen Erfordernissen anpassen.
Der Kern wird durch einen Erdhügel gebildet der ca. 50-100 cm hoch ist. Auf diesen Erdhügel wird das Gestrüpp und der Astabschnitt großzügig aufgeschichtet. An der Außenseite, zur Straße hin, haben wir noch einige junge Bäume gesetzt. Dadurch bilden sich im Laufe der Zeit verschiedene Besiedelungszonen für Pflanzen und Tiere.
Die blühenden Hecken sind eine Bereicherung der sonst tristen Kulturlandschaft. Schon nach kurzer Zeit besiedeln Vögel und Insekten die Reisighecken. Verschiedene Stauden, Kräuter und Gräser durchwachsen sie.
Die Vögel und der Wind sind die ersten, die neuen Samen in die Hecke einbringen. Aber auch der Boden selbst erwacht zu neuem Leben, wenn die entsprechenden Bedingungen zum Keimen der Samen entstanden sind.
Die Natur nimmt ihren Lauf, es sprießt und grünt durch das schützende Geäst. Eine Hecke, ein kleines Biotop wächst heran, eine so genannte Benjeshecke.
Dank an alle Tier- und Naturfreunde
Unser herzlicher Dank gilt den vielen Freunden von »Heimat für Tiere«, die uns mit ihrer finanziellen Unterstützung die Durchführung dieses wichtigen Projekts ermöglicht haben.
Literaturhinweis:
Hermann Benjes: »Die Vernetzung von Lebensräumen mit Feldhecken«, Natur & Umwelt Verlag, München. Das Buch wurde im Frühjahr 1986 in der ersten Auflage, dann in weiteren, zum Teil überarbeiteten und erweiterten Auflagen herausgebracht.
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