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Termine 2016

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Projekte: Benjeshecke

Pflanzen von Laub- und Nadelbäumen

Lebensraum für Wildtiere und Pflanzen

Herrlich blühende Pflanzen in der Benjeshecke am WaldrandWo finden die größeren und vor allen Dingen die kleinen Wildtiere einen Lebensraum? In den Hecken der Felder. Unsere heutige intensive Agrarwirtschaft und die zunehmende Urbanisierung unserer Landschaft bietet kaum noch Wohnraum für Wildtiere. Mit der Flurbereinigung verschwanden in Deutschland viele Hecken an den Feld- und Waldrändern. Selbst an den Rändern der Feldwege unserer sterilen Kulturlandschaft wird alles weggemäht. Es bleibt kein Halm mehr stehen. Für Tiere und Pflanzen wird es immer schwieriger zu überleben.

Blühtenstauden am Rand der BenjesheckenIm den Jahren 2003-2004 haben wir an den Rändern  unserer Wiesen und Weiden Benjeshecken angelegt. Entlang der Hecken wurden über 1000 Jungbäume gepflanzt. Wind und Vögel versorgen die Hecken seitdem mit Samen. In diesen Hecken wachsen nun verschiedenste wilde Pflanzenarten. Im ersten Jahr ist die Hecke bereits mit herrlichen Hochstauden bewachsen. Siehe Bilder oben und rechts.

 
Impressionen an einem Spätsommertag

Das sind Fotos, die an einem Stück der Benjeshecken gemacht wurden, das ca. 30 Meter lang ist. Über 20 verschiedene blühende Pflanzen sind dort zu finden. Klicken Sie auf die Bilder, um mehr Details zu erkennen. Auf den Blüten und an den Pflanzen befinden sich viele unterschiedliche Insekten. Man hört leise das Summen der Insekten und riecht den feinen Duft der blühenden Pflanzen. Eine Benjeshecke entwickelt sich zu einem Biotop für vielerlei Lebewesen und ist damit wahrlich ein Ort des Lebens. Auch Heilkräuter, wie das Johanniskraut, die Schafgarbe und die Brennnessel, sind in den Hecken zu finden.

Hochstaude mit Biene im anflug
Feine blühende Blüten wachsen aus den Zweigen der BenjesheckeAus dem Untergrund der trockenen Zweige wachsen neue Pflanzen
Auch verschiedene Kletten befinden sich bei den ersten Pflanzen die in der Benjesheck einfindenAm Rand der Benjeshecke. Die WegwarteDie Heilpflanze, Schafgarbe wächst in der Zaumzone der Benjeshecke
Lippenblütler
2 Meter hohe Stauden wachsen aus den Grund der Benjeshecke

Die Blüten der Disteln ziehen weitere Insekten anDie Zaumzone der Benjeshecke biete gute Bedingungen für das Johanneskraut
Diese Staude ist ca. 2 Meter hoch!Zwischen den alten Zweigen kommt überall das Leben emporBrennnessel mit vielen Samen
Ein Blick auf die geschichteten Zweige und Äste der Benjeshecke

Woher kommt der Name »Benjeshecke«?

Die Benjeshecke wurde nach ihren Erfindern, den Brüdern Hermann und Heinrich Benjes, benannt und ist inzwischen ein fester Begriff bei Naturschützern und Naturschutzverbänden.

»Eine Hecke zieht Tiere an wie ein Magnet, sie ist der Finger an der Hand des Waldes.« (Heinrich Benjes). Laut SPIEGELspecial gilt die Benjes-Hecke als »das erfolgreichste Flurbelebungskonzept der Naturschutzgeschichte«.

Hermann Benjes hatte die Idee, unserer übertrieben flurbereinigten Landschaft auf diese Weise Ursprünglichkeit zurückzugeben. Diese Hecken bieten den Ackerfluren Abschirmung gegen den Wind und sorgen so für ein eigenes Mikroklima in der Feldflur. Außerdem sind sie ein geeigneter Lebensraum für vielerlei Tiere und Pflanzen. So finden viele Vogelarten eine geschützte Brutstätte, Feldhasen können ihre Jungen ungestört aufziehen.

Lebensraum für Insekten

Eine Blüte mit reichlich Insekten

In unserer industriellen Kulturlandschaft  wird die Artenvielfalt der Pflanzen und Kleinstlebewesen bekämpft, mit Fungiziden, Herbiziden, Insektiziden und mit Mist und Gülle. Eine Benjeshecke und die dort lebenden Pflanzen bieten jedoch vielfältigen Lebensraum. Zählen Sie mal genau. Auf diesem Bild sind 20 Insekten in verschiedenen Größen zu finden. Bienen und andere Insekten finden in den vielen Blüten der Pflanzen, die sich in den Benjeshecken angesiedelt haben, gute unvergiftete Nahrung.

Lebensraum für Vögel

Sobald Ruhe an der Hecke eingekehrt ist, finden sich auch die ersten Vögel ein. Die Vögel finden in den sich entwickelnden Sträuchern Nistplätze. Andere Vögel bringen neue Samen in die Hecke. Die unverdauten Samenkerne der verspeisten Früchte wie Weißdorn und Hagebutte finden so schnell in die Hecken. Die Artenvielfalt der sich ansiedelnden wilden Pflanzen mit ihren Samen und Früchten wirkt ebenso anziehend wie auch die Vielzahl der Insekten auf die verschiedenen Vögel. Manche Vögel bevorzugen Samen, andere wiederum Insekten und beides ist im Lebensraum Benjeshecke reichlich zu finden.

Lebensraum für Nager und andere Tiere

Mit fortschreitender Entwicklung der Hecke und je nachdem wie gut die Vernetzung mit bestehenden Lebensräumen statt gefunden hat, finden viele weitere Tiere eine Heimat, Unterschlupf und Nahrung in den Hecken.

Vernetzung der Hecken beschleunigt die Besiedelung mit Tieren

Gerade die kleineren Tiere können keine großen Strecken zurück legen und sind bei ihren Wanderungen darauf angewiesen, schnell wieder neuen Lebensraum zu finden (zu erreichen). Die verbindende Funktion der Heckenreihen ermöglicht es den Tieren, sicher zu wandern ohne auf einem der endlosen Felder der modernen Kulturlandschaft zu Tode zu kommen.

Heilpflanzen

Heilplanze: Johanniskraut - Wunderbar entwickletEs ist erstaunlich, wie häufig herrliche und gut entwickelte Heilpflanzen in den Benjeshecken zu finden sind. So gut entwickelte und große Johanniskraut-pflanzen wie in den Benjeshecken habe ich noch nirgends wo anders gesehen. Der Aufbau der Benjeshecke scheint mit seinen Sonnenplätzen, Windschutz und Schattenplätzen spezifische Rand-bedingungen (Mikro- Vegetationszonen) zu schaffen, die sonst von den Pflanzen selten zu finden sind.

Der Aufbau der Benjeshecken

Die Benjeshecke ist eigentlich als ein Prinzip zu verstehen, deshalb gibt es sie auch in verschiedenen Ausführungen. Was der Platzbedarf, die zur Verfügung stehenden Hilfsmittel und den Personaleinsatz betrifft, lässt sie sich flexibel den jeweiligen  Erfordernissen anpassen.

Der Kern wird durch einen Erdhügel gebildet der ca. 50-100 cm hoch ist. Auf diesen Erdhügel wird das Gestrüpp und der Astabschnitt großzügig aufgeschichtet. An der Außenseite, zur Straße hin, haben wir noch einige junge Bäume gesetzt. Dadurch bilden sich im Laufe der Zeit verschiedene Besiedelungszonen für Pflanzen und Tiere.

Die blühenden Hecken sind eine Bereicherung der sonst tristen Kulturlandschaft. Schon nach kurzer Zeit besiedeln Vögel und Insekten die Reisighecken. Verschiedene Stauden, Kräuter und Gräser durchwachsen sie.

Die Vögel und der Wind sind die ersten, die neuen Samen in die Hecke einbringen. Aber auch der Boden selbst erwacht zu neuem Leben, wenn die entsprechenden Bedingungen zum Keimen der Samen entstanden sind.

Die Natur nimmt ihren Lauf, es sprießt und grünt durch das schützende Geäst. Eine Hecke, ein kleines Biotop wächst heran, eine so genannte Benjeshecke.

Dank an alle Tier- und Naturfreunde

Unser herzlicher Dank gilt den vielen Freunden von »Heimat für Tiere«, die uns mit ihrer finanziellen Unterstützung die Durchführung dieses wichtigen Projekts ermöglicht haben.

Literaturhinweis:

Hermann Benjes: »Die Vernetzung von Lebensräumen mit Feldhecken«, Natur & Umwelt Verlag, München. Das Buch wurde im Frühjahr 1986 in der ersten Auflage, dann in weiteren, zum Teil überarbeiteten und erweiterten Auflagen herausgebracht.

 

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